UNS GEHT DER NACHWUCHS VERLOREN – WIE GEHT´S WEITER?

Der DFB möchte den Abwärtstrend im Fußball aufhalten. „Uns geht der Nachwuchs verloren“, sagt Markus Hirte, Leiter der DFB-Abteilung „Talentförderung“. Wurden 2018 noch 87.526 Mannschaften zum Spielbetrieb angemeldet, waren es 2019 nur noch 84.076. „Auf dem Weg von der E-Jugend bis zur A-Jugend hören grob gesagt die Hälfte aller Spieler irgendwann auf mit Fußball“, sagt Hirte. Von 2009 bis 2019 hat der DFB 18 Prozent seiner Nachwuchsmannschaften eingebüßt und neun Prozent seiner jugendlichen Mitglieder.

WIE SIEHT ES AKTUELL AUS? Die DFB Elite-Kicker, die ja an sich Vorbilder sein sollten, verlieren sang- und klanglos in einem historisch schlechtem Spiel 0:6 gegen Spanien. Und jetzt noch die ausgesprochenen Spiel-und Trainingsverbote für unsere Kids. Natürlich kann für Letzteres der DFB nichts, dennoch erschüttert alles zusammen das „Kinder-Fußballland“ Deutschland in seinen Grundmauern.

WIE REAGIERT DER DFB? Er plant große Umstrukturierungen ab der U17, die die wenigstens betreffen. Entscheidend jedoch die flächendeckende Einführung durch das „neue“ Kinderfußball-Konzept Funino. Doch muss man wissen, dass viele Vereine/Trainer die Funino-Spielform schon in der Vergangenheit immer wieder in ihr Training integriert haben. Die vier Tore fördern Passspiel, Spielverlagerung und raumübergreifendes Dribbling, die jeweiligen Torzonen fördern ein Kombinationsspiel bis vor die Tore. Vereine wie u.a. Schalke und Hoffenheim lassen seit etlichen Jahren in ihren Nachwuchsleistungszentren danach trainieren, viele NLZen ziehen nach. Das Konzept wurde von Horst Wein entwickelt und ist bereits über 30 Jahre alt.

Ist das die RETTUNG FÜR UNSEREN NACHWUCHSFUSSBALL? Wird damit der MITGLIEDERSCHWUND gestoppt?

Wichtig ist sicherlich, dass man für FUNINO nicht nur die Verbände gewinnt, sondern die Basis abholt und überzeugt. Dieses sind in erster Linie die Trainer vor Ort, aber auch die Eltern, die lernen müssen, warum es im Kinderfußballbereich bis E-Jugend keine „echten“ Tore mehr geben soll, keinen echten Torwart, etc. Die ersten Berührungspunkte für Kinder mit dem Fussball sind doch das Kicken auf der Straße, auf dem Bolzplatz, mit Mama oder Papa oder auch Fußball schauen im Fernsehen. Die Kinder merken, dass es Spaß macht, frei zu spielen und Tore zu erzielen – wie ihre Vorbilder im Fernsehen. Hier kann Funino gewiss unterstützen. So entwickeln sich spielintelligente, dribbelstarke Kreativspieler. Und so macht Fußball als Hobby Spaß und ist interessanter sowie spannender, als daheim an der Playstation zu sitzen.

Doch liegt auch eine große VERANTWORTUNG auf den Vereinen und den Trainern (zusammen mit uns Eltern) an der Basis, unsere Kinder beim Fußball zu halten – und die Geheimwaffe ist hier sicherlich nicht ausschließlich Funino. Definitiv ist Funino eine tolle Spielform im 3:3 (inklusive des Trainingskonzepts), die unseren Kids viel Spaß machen kann – aber kein Allheilmittel.

Was ist aber ab der D-Jugend, wo es kein Funino mehr gibt? Hier besteht doch ebenso HANDLUNGSBEDARF. Vielleicht wäre es gut, wenn man zusätzlich die Vereine unterstützt, über Ganztagskonzepte (Schulkooperationen) nachzudenken, um die Spieler ab der D-Jugend mehr an den Fußball zu binden. Zudem sollten auch Trainerausbildungen finanziell „von oben“ unterstützt werden. Ist das Training qualifiziert (abwechslungsreich mit modernen Trainingsmethoden), haben die Jugendlichen Spaß am Fussball und bleiben am Ball …

Der Kinder- und Jugendfußball hat zudem mehr WETTBEWERB als früher: die Smartphone-Welt, Playstation, andere Sportarten wie Basketball, etc. … da muss man einfach mehr bieten als diese „Konkurrenten“.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Blog. Setzte ein Lesezeichen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.