TREND IN DER BUNDESLIGA: AUSLÄNDISCHE TELENTE > SELBST AUSGEBILDETE TALENTE

In der aktuellen Transferperiode sind wieder einmal etliche Jugendspieler unter 18 Jahren aus den ausländischen Jugendmannschaften zu den Bundesligavereinen gewechselt. Ganz vorne mit dabei: Der VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen mit insgesamt 7 Spielern. Doch wieso? Sind diese Spieler so viel besser als die Spieler aus der Gegend?

Die eigenen Talente sind seit etlichen Jahren Teil des Vereins und man sollte meinen, die Vereine kennen die eigenen Spieler doch in- und auswendig und hatten genügend Zeit sie fußballerisch und persönlich so auszubilden, wie man es sich vorstellt. Auf dem Weg eines Jugendspieler zum Profifußballer beim Jugendverein spielen natürlich sehr viele Faktoren eine Rolle. Dennoch ist das Vertrauen, das der Verein in einen Spieler setzt von enormen Wert. Junge Spieler müssen spielen gelassen werden und Fehler machen dürfen. Es braucht Zeit und viel Geduld, um junge Spieler zu entwickeln. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Dieses Vertrauen wird dem eigenen Nachwuchs leider nicht gegeben. Neu verpflichtete Spieler – vorwiegend aus dem Ausland – bekommen gewisse Vorschusslorbeeren und eben jenes Vertrauen vom Verein. Sie wurden ja auch mit jungen 16 Jahren aus dem gewohnten Umfeld herausgezogen und extra geholt. Den Spielern kann man hier nichts übel nehmen: Wenn Dir mit 16 Jahren eine Perspektive zum Profifußballer aufgezeigt wird und Du Deine große Leidenschaft zum Beruf machen kannst, würdest Du solch ein Angebot ablehnen? Auch als Eltern der jungen Kicker ist eine schwere Entscheidung, aber Du willst Deinem Kind auch keine Steine in den Weg legen und es soll seinen Traum „Fußballprofi“ leben dürfen.

Doch: Was passiert mit den selbst ausgebildeten Jugendspielern im Verein?
Die Spieler, die mit 13 Jahren zum Verein gestoßen sind und ihre ganze Jugendzeit dem Verein gewidmet haben – was passiert mit diesen Spielern? Aufgrund der Regel, die besagt, dass ein Bundesligaverein eine Mindestzahl von selbst ausgebildeten Spielern im Profikader vorweisen muss, sollte man meinen, bekommen die eigenen Talente die Chance. Doch die Regel scheint nicht den gewünschten Effekt zu erzielen, denn: Spieler, die 3 Jahre zwischen dem 15 und 21 Jahren gehören zu einheimischen Spielern. Also beispielsweise auch ein 19-jähriger Spieler, der mit 16 Jahren aus Spanien nach Deutschland gewechselt ist.

Wo ist die Perspektive für einheimische Talente in Deutschland bei den Bundesligisten?
Die Corona-Pandemie hat viele deutsche Bundesligavereine zum Sparen gezwungen. Und: Die Jugendspieler aus der vereinseigenen Akademie stehen bereits unter Vertrag, müssen nicht noch gescoutet werden und sind somit aus finanzieller Sicht sehr günstig. Somit bekommen nun wieder vermehrt eigene Spieler die Chance sich zu zeigen und bekommen den so wichtigen Vertrauensvorschuss. Letztendlich liegt es immer an dem einzelnen Spieler, dieses Vertrauen in Form von Engagement und Leistung auf und neben dem Platz auch zurückzahlen zu können. Trotz allem ist die Perspektive für viele junge ambitionierte Jugendspieler aktuell in den Bundesligavereinen nur da, wenn es finanziell eng wird. Spieler aus den Jugendmannschaften der oben genannten Beispielen, des VfB Stuttgart und des Werksklubs Bayer 04 Leverkusen, wird dagegen der Weg in den Profifußball quasi verbaut.

Wie siehst Du das als Elternteil eines fußballspielenden Kindes mit dem Traum Profifußballer zu werden?

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