GLÜCKLICHE KINDER: PROBETRAINING– VEREINSWECHSEL?

ENDLICH dürfen UNSERE KINDER wieder normal trainieren und ja, sogar weitestgehend auch Freundschaftsspiele und Spieltage abhalten.

Aber was machen wir, wenn es dem 8-jährigen Max oder der 13-jährigen Nadine beim Fußball nicht mehr gefällt und sie keine Lust mehr haben?

Oder aber Nadine wird gefragt, ob sie nicht mal ein Probetraining bei einem benachbarten Verein machen möchte.

Oder aber wir Eltern und unser Kind möchten gemeinsam einen neuen Verein suchen, weil sich unser Kind nicht sonderlich entwickelt oder wir einfach nur unzufrieden sind.

Der erste „Fall“ ist manchmal am schwierigsten. Wir als Eltern sollten versuchen, herauszufinden, warum unser Kind keine Lust mehr hat. Dieses mag verschiedenste Gründe haben. Angefangen von einer „Corona-Müdigkeit“ bis hin zu Mobbing durch die Mannschaft oder einzelne Spieler. Oder ist Fußball tatsächlich die falsche Sportart? Je nach dem, was uns unser Kind erzählt, sollten wir einen Termin mit dem Trainer vereinbaren, um gemeinsam zu überlegen, wie es weitergehen kann. Am Ende ist es am wichtigsten, unserem Kind den SPASS am Fußball zurückzugeben. Denn ohne SPASS macht Fußball keinen Sinn.

Der zweite „Fall“ ist zumeist eine Ehre für die Kinder. Sie sind von einem anderen Verein „gesichtet“ worden und werden nun zu einem Probetraining eingeladen. Dieses sollte man auf jeden Fall mal „versuchen“, aber besser nur dann, wenn man sich bei dem Gedanken, den Verein zu wechseln, gut fühlt. Denn wenn das Probetraining gut verläuft, wird schnell die Frage des Vereins kommen, ob man nicht wechseln wolle. Das Probetraining aber bitte nur in Abstimmung mit dem Verein, in dem Euer Kind derzeit trainiert, vornehmen. Wenn man dieses nicht tut und heimlich hingeht, ist großer Ärger vorprogrammiert. Verletzt sich Euer Kind beim Probetraining, kommt zudem die Frage ins Spiel, ob Euer Kind überhaupt über den Verein versichert war. Wenn alles glatt gelaufen ist, das Probetraining bei dem „neuen“ Team Spaß gemacht hat, der neue Verein und der Anfahrtsweg passen und zudem Euer Kind im neuen Verein eine gute Perspektive bekommt, ist ein Vereinswechsel sicherlich eine Möglichkeit. Doch sollte dieses immer gut überlegt werden. Warum? Ihr reißt damit Euer Kind aus der gewohnten Umgebung und vielleicht auch aus dem Freundeskreis. Gerade wenn es noch kleiner ist (kleiner 10 Jahre), kann ein Wechsel auch große negative Wirkung auf Euer Kind haben.

Der dritte „Fall“ ist der, wenn Ihr und Euer Kind im jetzigen Verein unzufrieden seid. WAS TUN? WECHSELN? NEIN, nicht gleich den Kopf einziehen, sondern erst einmal weiter beobachten.

Zudem stellt sich bei einigen von uns die Frage vielleicht gar nicht, da es – zumindest im jungen Alter bis zur D-Jugend – keine Alternative gibt.

EGAL, in was für einem Verein das Kind kickt, es gibt immer Sachen, die einem nicht zusagen werden. Aber was am Ende entscheidet für das „BLEIBE ICH ODER WECHSELE ICH ZU EINEM ANDEREN VEREIN?“  Und wenn ja, zu welchem?

In allererster Linie sollten wir auf unsere Kids schauen – der Fußball sollte ihnen SPASS machen. Das merken wir Eltern schnell – macht es Spaß, so ist unser Kind zumeist auch zuhause froh und ausgeglichen. Es geht sogar gerne in die Schule, da es als Ansporn den Fußball am Nachmittag vor Augen hat. Dann sind zumeist auch wir Eltern zufrieden.

Aber wann macht es SPASS? Zumeist dann, wenn man sich in dem TEAM (mit seinen Freunden zusammen) wohlfühlt und man jedes Training etwas LERNEN darf. Gerade letzteres wird vielleicht irgendwann zum Spagat, wenn man merkt, dass eigene Kind hat ein gewisses Talent für den Fußball, ist aber ständig unterfordert. Was ist dann der richtige Weg? Man sollte dem Kind auf jeden Fall weiteren Ansporn geben – vielleicht durch ein Zusatztraining bei einer Fussballschule. Doch dadurch wird der Unterschied im Team noch größer. Irgendwann – spätestens ab der U12 mit Beginn des sogenannten DFB Stützpunkttrainings – wird es für einen Dorfverein und für die dortigen Trainer immer schwieriger die talentierten Kids zu „halten“. Gelingt dem Trainer der Spagat, talentierte Spieler dennoch weiterzuentwickeln und dabei sein eigentliches Team nicht zu vernachlässigen und allen Spielern weiterhin Spaß zu vermitteln, verdient er höchsten Respekt. Doch spätestens ab der C-Jugend wird dieses nicht durchzuhalten sein. Die talentierten Spieler und Spielerinnen werden zumeist wechseln. Durch die DFB Stützpunktmaßnahmen und Scouts umliegender größerer Vereine werden die Eltern „aufgeweckt“. Man wird dann als Eltern darauf aufmerksam gemacht, dass „die eigene Tochter oder der Sohn doch talentiert ist und dieses Talent gefördert werden sollte“. Dann stellt sich Frage: „WOHIN NUN WECHSELN“. Ein Wechsel wird stets mit längeren Fahrtzeiten zusammenhängen und damit organisatorisch möglicherweise schwierig werden. 

ABER am Ende geht es immer nur um zwei Sachen: Spaß haben am Fussball und eine gute moderne Ausbildung. Und dieses Beides sollte immer vorhanden sein – egal, ob das Kind im Dorf- oder im Stadtverein oder irgendwann vielleicht sogar einmal in einem Nachwuchsleistungszentrum kickt.

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