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Dreifacher Ehrgeiz - Spieler, Trainer und Eltern

Entscheidend ist zunächst der EHRGEIZ DES SPIELERS

Vorgeschichte: Das U11 Team von Paul verliert in der letzten Sekunde das entscheidende Spiel um die Meisterschaft mit 0:1. Vorausgegangen war ein zu schwacher Rückpass von Paul auf den Torwart. Der gegnerische Stürmer lief in den Passweg, fing den Ball ab, umkurvte den Torwart und schob zum vielumjubelten Gegentreffer ein. Nach dem Abpfiff fing Paul bitterlich an zu weinen.

Jeder von uns kann sich eine solche oder eine ähnliche Situationen vorstellen. Nur – wie geht man damit um? 

Laufen der Trainer und die Mitspieler zu Paul und versuchen ihn wieder aufzubauen? Mitspieler, die Paul beschimpfen, weil er das Tor „verschuldet“ hat?  Ein Trainer, der „ausrastet“ und Paul anschreit? Was ist mit den Eltern? Beschimpfen sie Peter auf dem Weg nach Hause?  Bauen sie ihn wieder auf?

All die Reaktionen hängen am Ende an der Frage, wie ehrgeizig man selber als Spieler, als Trainer und als Eltern ist UND wie man mit diesem Ehrgeiz umgeht!

Entscheidend ist zunächst der EHRGEIZ DES SPIELERS. Dieser ist grundangelegt, aber entwickelt sich im Laufe der Jugend quasi „von innen“ weiter. Trainer und Eltern sollten hier stets genau beobachten. Einen ehrgeizigen Spieler zu motivieren ist einfach, doch wenn er einen Fehler macht, ärgert er sich selber am meisten. Kommen dann noch negative Äußerungen vom Trainer oder von den Eltern, bringt es das Fass zum Überlaufen: Der Spieler verliert Selbstvertrauen, verspürt brutalen Druck und hat am Ende keine Lust mehr am Fußball. Für einen nicht so ehrgeizigen Spieler gilt dieses gleichermaßen. Er hört vielleicht sogar eher auf, weil weniger eigenen Ansporn besitzt.

Gefährlich wird es dann, wenn Eltern zu ehrgeizg sind. Vor allem dann, wenn sie ihre eigenen Fußballträume nicht verwirklicht haben und diese deshalb auf ihren Nachwuchs projizieren. Dies kann einen solchen Druck auf das Kind erzeugen, dass es den Spaß verliert und aufhört. 

Hier würde nur die „rettende“ Hand des Trainers helfen, die versucht, das Kind aus diesen Fesseln der Eltern zu befreien (Kann das gelingen?).

Das heißt, wir Eltern sollten uns mit unserem eigenen Ehrgeiz zurückhalten. Was denn dann tun ?

Motivieren, Bestärken, Anfeuern und das Kind bei „Fehlern“ wieder aufbauen – ja und das bedingungslos

Aber was passiert, wenn auch der Trainer zu viel Ehrgeiz mitbringt? Perfekt ist es, wenn der Ehrgeiz des Trainers darin besteht, die Spieler und damit die Mannschaft bestmöglich zu entwickeln. Bremsen müssen ihn dann vielleicht nur die Eltern oder der Verein, wenn aus Übereifer die Anzahl oder die Länge der Übungseinheiten zu stark zunimmt …Besteht der Ehrgeiz doch nur darin, als Trainer auf sich aufmerksam zu machen, sein Ego zu vergrößern oder in der „Karriere“ weiterzukommen, steht dieses auf sehr wackeligen Beinen. Es ist vorprogrammiert, dass dies zu Stress und Ärger mit Spielern, Eltern und vielleicht auch dem Verein führt. Diese Trainer übersehen zumeist, dass sie sich eigentlich nur dann einen guten Namen machen können, wenn sie durch sehr gutes Training ihre Spieler sehr gut ausbilden. Dieses wird gesehen! Vom Verein, vom Verband, von größeren Vereinen, etc. Und: Nicht der Tabellenplatz sollte das Wohlbefinden des Trainers bestimmen, sondern die Ausbildungsqualität seiner Spieler!

Für Eltern und Trainer gilt gleichermaßen:

WIR SIND VORBILDER!

Manchmal wünscht man sich daher bei Eltern und Trainern mehr Gelassenheit und Realismus. „Erlaubt“ ist, mit gesundem Ehrgeiz das Kind unterstützen – JA, auch gerne BEI SEINEM TRAUM, einmal ein FUSSBALLPROFI ZU WERDEN.  

Fussball

-eltern

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