DER WEG ZUM FUßBALLPROFI

Robin begann im Alter von sechs Jahren bei einem Dorfverein. In der D-Jugend wechselte er zu einem naheliegenden Stadtverein, in der C-Jugend dann noch einmal zu einem etwas höherklassigen Stadtverein. Dort blieb er bis zur A-Jugend. Während der Zeit hat er damals ein Probetraining beim großen BVB absolvieren, doch das hatte er damals eigenen Aussagen zufolge vergeigt. Und dann kam sicherlich das nötige GLÜCK ins Spiel. Während eines A-Jugendspiels wurde er von einem holländischen Scout gesichtet, der ihn gleich für Vitesse Arnheim verpflichtete. Über eine Leihe an einen holländischen Zweitligisten durfte er sich weiterentwickeln und schaffte mit dem Team sogar den Aufstieg in die Eredivisie, die holländische erste Liga. Und damit war er im Sichtfeld aller anderen Proficlubs und der Weg ging weiter. Bis heute, wo er beim italienischen Erstligisten und Champions League-Teilnehmer Atalanta Bergamo spielt. Zudem darf er sich nun Nationalspieler nennen und hat eine vorbildliche Leistung bei der vergangenen EM gezeigt. Ihr wisst sicherlich, von welchem Robin hier die Rede ist! Vorschläge?

Ähnliche Wege nahmen auch Jonas Hector, der bis zum 20. Geburtstag in seinem Heimatverein, dem SV Auersmacher, spielte, bevor er dann in die zweite Mannschaft des 1.FC Köln wechselte. Oder wer kennt noch den steilen Aufstieg des Miroslav Klose, der bis zum Alter von 23 Jahren Amateurfußball spielte. Aktuell interessant sind auch die „nicht normalen Wege“ von Keven Schlotterbeck (SC Freiburg) und Marvin Pieringer (FC Schalke).
Aber was haben die Wege all dieser Spieler gemeinsam? Jeder dieser Spieler war zu keinem Zeitpunkt in einem Nachwuchsleistungszentren der großen Vereine der Bundesliga bis zur 3. Liga. Natürlich hatten alle diese Spieler ganz viel GLÜCK und in der ihrer Jugend KEINE großen VERLETZUNGEN. Deshalb an alle ambitionierten Kicker von „kleineren“ Vereinen in Fußballdeutschland: Auch wenn Euch alle Scouts in der Jugend übersehen, bleibt dran und irgendwann kommt die Chance!

Der typische Weg zum Profi führt allerdings in der Regel über die Nachwuchsleistungszentren der großen Vereine. Aber am Ende schaffen auch in den NLZ nur 3-4 Prozent eines gesamten Jahrgangs den Sprung in den Profifußball. Auch dort braucht man sehr viel GLÜCK, einen Trainer und/oder Verantwortlichen, der einen unterstützt und fördert und obendrein sehr viel Verletzungsfreiheit. Einige Beispiele, die den „klassischen Weg“ gegangen sind: Joshua Kimmich, Marco Reus, Manuel Neuer und Thomas Müller. Die Liste hier ist wohl endlos …

Gibt es nun ein Rezept oder eine Empfehlung? Eigentlich nein. Es gibt gute Argumente, einen talentierten Spieler nicht zu einem NLZ zu geben: Dort herrscht viel Druck, eine starke Konkurrenz und der Spaßfaktor am Fußball kann dort rapide abnehmen. Zudem wird man dort ein wenig in ein einheitliches Korsett geschnürt. Dieses ist in einem Dorf- oder Stadtverein komplett anders. Andererseits genießt man in einem NLZ eine sehr moderne und fundierte fußballerische Ausbildung. Auch an der Persönlichkeitsentwicklung wird dort gearbeitet. Aber andersherum kann sich die Persönlichkeit eines Spielers auch im heimischen Umfeld im Dorf- oder Stadtverein gut entwickeln.
So gibt es viele Argumente für ein NLZ, aber auch viele für den Verbleib im Heimatverein. Voraussetzung im Heimatverein für eine weitere Entwicklung ist jedoch, dass das Training den modernen Trainingsmethoden- und inhalten entspricht.

Das Wichtigste ist dabei am Ende immer, dass der Spieler sich in einer Umgebung entwickeln kann, die den SPASS am Fußball garantiert. Wenn er dann ausreichend Talent und Fleiß mitbringt, eine starke Mentalität (MENTALE FITNESS) und ein wenig Glück hat, ist alles möglich.

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