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U10 Spiel - Dorfverein gegen die großen Bayern: Spaßfaktor ?

Spaß - das Wichtigste im Fußball - Teil 2

Aufgrund sehr vieler Kommentare in verschiedenen Foren und vielerlei Zuschriften wollen wir das Thema noch einmal ein wenig genauer durchleuchten und dabei insbesondere Eure Ansichten miteinfließen lassen. 

„Spaß ist so eine Sache…. Klar muss Fussball Spaß machen aber …. Was bedeutet das? Das ich als Spieler den mega Spaß haben muss. Ich muss Spaß haben! Wenn der Charakter entwickelt wird, ist es nicht immer Spaß, wenn man an sich arbeitet.“

So zusammengefasst vielleicht der „Best Case“. Aber warum ist der Spaßfaktor beim Fussball nicht mehr so vorhanden ? Dieses hat Euer Ansicht nach mehrere Gründe: 

Systembedingte Gründe:

  • Es fehlt einfach die Bolzplatz Generation
  • Zudem: Fussballplätze sind teilweise verschlossen (städtisch)
  • Futsalregeln ab E-Jugendliche mit gelben Karten
  • zu frühe Förderung ab 4, 5 Jahren; Späteinsteiger in F oder E haben kaum eine Chance: sie sind dann später kaum integrierbar bei dem dann bereits vorherrschenden Leistungsdruck

Freizeit-/Umweltbedingte Gründe:

  • Ich denke heutzutage geht es nur noch um das eigene Ego. Da ist so eine Playstation einfacher. Den leichten Weg also. Da bleibt dann eher ein Einzelsport übrig und Teamsport eher nicht. Oder …. die Entwicklung was man den Jungs vermitteln will kommt an.
  • Ich weiss es auch nicht vor dem Training wärend dem Training u nach dem Training wird entweder über fortnite gesprochen od über browl Star…Wenn die kids über Fifa wenigstens sprechen würden. ..Die kids wollen gar nicht raus zu Hause online zocken gegen Freunde. Ich trainiere eine E Jugend 2010er Antwort: Bei uns ähnlich, D-Jugend. Aber zumindest kommen die meisten regelmäßig zum Training.
  • Ich würde die Spielkonsolen komplett abschaffen und das meine ich ernsthaft. Sie sind für vieles verantwortlich. Die werden natürlich nicht abgeschafft, aber es liegt in der Verantwortung der Eltern das zu tun. Die Eltern spielen generell eine sehr große Rolle. Und natürlich auch ganz besonders die Trainer (Autor ist Trainer einer Jugendmannschaft).
  • Es ist nicht das Problem, dass die Kids vor dem PC sitzen, sondern die Interessen gehen Richtung „Party machen“, Mädels und auch Alkohol. Viele haben auch 2 Hobbys und entscheiden sich mangels „Talent“ für das andere, z. B. Tennis. Da ist es schwierig dagegen zu steuern. 
  • Der größte Konkurrent ist meiner Meinung die Digitale Welt ,keiner geht mehr raus und trifft sich mit Freunden am Bolzplatz, die treffen sich lieber Online bei irgendwelchen Spielen
  • Wie soll man Kindern Ehrgeiz lehren, wenn sie zu Hause in der Parallelwelt der Konsolen die besten Krieger, die tollsten Fußballer und Ruhm und Ehre ernten. Wohlgemerkt nur in der Parallelwelt. Schwitzen und Quälen ist verpönt. Wird auch aus dem Elternhaus nicht mehr vorgelebt, wo man 500 m nicht geht, sondern fährt. Wo man sich kein Fahrrad als solches kauft, sondern ein E-bike.
  • Reizüberflutung, Überangebot an alternativen Freizeitangeboten
  • Freizeitstress: Die Kinder kaum noch Zeit. Erst die lange Schule und die AGs und und und. Dann kommen wieder die Eltern die meinen den Ronaldo auf Die Welt geworfen zu haben denn falls es nicht Ronaldo ist könnte es ja ein Top Schwimmer sein oder ein Talent was Trompete oder Geige spielt.
  • Zuviel Schulstress ab der B-Jugend

Fest steht, dass Trainer wie Eltern sind Multiplikatoren und Vorbild – in die eine, wie in die andere Richtung.

Elternbedingte Gründe:

  • Es fehlt auch das Durchhaltevermögen. Es läuft nicht immer nach der eigenen Nase. Manchmal muss man sich auch was gefallen lassen. Da ist dann aber schnell mal der Vereinsaustritt, weil der Trainer doof ist oder weil das Kind auf der Bank sitzt. Hier machen es viele Eltern ihren Kinder auch zu leicht und animieren nicht zum Durchhalten. 
  • Lasst Eure Kinder Fehler machen. Kritisiert sie nicht dafür, sondern muntert sie auf. Lasst sie ruhig auch mal schmoren. Sprecht mit dem Trainer, bevor ihr euch eine Meinung bildet. Gebt ihnen nicht alles, was sie wollen. Sie sollen lernen, das es auch mal schwierige Phasen im Fussball wie im Leben gibt. Sachen auch zu Ende zu bringen. Feuert Sie an, unterstützt sie bei Spielen. Zusammengefasst: Seid interessiert. 
  • Manche Eltern denken ihre Sprösslinge werden Profis, Training, Turniere, Fussballschulen, da bleibt der Spaß schonmal auf der Strecke. Genau so ist es. Fernab jeglicher Einschätzung oder wissen, wie brutal der Weg dahin ist….
  • Nehmt den Druck von den Kindern
  • Unzufriedenheit der Eltern: Eltern sollten das Gespräch mit dem Trainer suchen, wenn es nicht „passt“
  • Bewahrt den FUSSBALLTRAUM bei euren Kids aber träumt nicht selber.

Trainerbedingte Gründe:

  • Wichtig ist, stets, das Interesse der Kinder/Jugendlichen wecken, jedes Training individuell gestalten, neue Reizpunkte setzen. Draht zu Kindern/Jugendlichen haben. Sich regelmäßig selbst hinterfragen.
  • Laptop Trainer: Kreativität fehlt. Aus dem Fussball wurde versucht eine Wissenschaft zu machen das hat Mehmet Scholl vor Jahren schon richtig erkannt, alles viel zu schablonenhaft
  • zu große Kader = zu wenig Spielzeiten = Unzufriedenheit 
  • fehlendes Wissen der Trainer mangels Bereitschaft oder auch Zeit, Schulungen zu besuchen bzw. einen Trainerschein zu machen. 
  • fehlendes Wissen in puncto Ehrgeiz: der ist nur bedingt erlernbar, er entwickelt sich ganz von alleine in einem druckfreien Umfeld. 
  • Wenn das Training besser ist als die PS4 dann hat man bereits gewonnen
  • Ungleicher Kader:  5/6 Kids sind schon weiter und diese Eltern wollen Erfolge sehen. Dann weitere 5/6 Kids, die noch Zeit brauchen zur Entwicklung. Wie gehe ich damit um ?
  • Trainingsübungen: Übungen sollten nie eintönig werden 
  • hoher Spaßfaktor im unteren Bereich: die Kinder sollten viel lachen können. (beinhaltet auch mal das der Übungsleiter sich auf die Nase legt)
  • Torerlebnis fördern: Drang zum Tor fördern und die Kinder ermutigen, auch mal zu tricksen, mutig zu sein, etc. Zusätzlich trainieren wir viel in Sala Form. 3 gegen 3 auf begrenztem Spielfeld. Dabei achten wir darauf, dass es für Tunnel, Schöne Tore etc. auch mal Belohnungen durch den Trainer gibt. Das kann sein, z.B. das die Gewinner Mannschaft die nächste Trainingsübung bestimmen darf.
  • Kinder miteinbeziehen (gemäß Laotse)
  • Kinder aufzeigen, dass man aus Fehlern / Niederlagen lernen stets sollte (im Leben genauso)
  • Manchmal sieht man zu selbstverliebte Trainer, deren Konzepte oftmals grenzwertig sind. 
  • Tatsächlich wäre es eine Möglichkeit, wenn Trainer von vorn herein mehr die Bedürfnisse der einzelnen Spieler einbinden und diese fördern. So könnte man wieder mehr Kinder gewinnen.
  • Leider haben einige noch nicht verstanden, dass es nicht darum geht, den Kindern Ehrgeiz beizubringen. Den entwickeln die intrinsisch ganz von alleine in einem druckfreien Umfeld. Leider wird auf diese psychologischen Dinge in der Trainerausbildung kaum bis gar nicht hingewiesen. Somit fallen viele Trainer als Multiplikatoren aus, um die Eltern mit ins Boot zu nehmen – und um grundsätzlich mal ihren Ansatz der Kinderarbeit zu überdenken.
  • Wir verwenden viel Straßenfußball. Der Fußball ist viel interessanter, spritziger und unberechenbar.

Ob das alles Spass macht? Glaub ich nicht. Muss es aber auch nicht immer, wenn ihr mich fragt. Kann es auch nicht immer. Aber der Grundgedanke bei jedem Beteiligten muss da sein: möchte ich das wirklich machen? 

Antwort darauf: Fussball macht keinen Spass, wenn ich als Kind kein Interesse daran habe oder mir schlichtweg das Talent fehlt. Ausnahmen gibt’s natürlich. Meiner Ansicht beginnt ab der e Jugend die Zeit, in der Du als Fussballer auch mal durch musst, wenn es nicht nur um den Spaß geht. Wenn es nämlich nur um den Spaß geht, laufen dir die im Verein talentierten Spieler in der Jugend weg. Das ist in vielen kleinen Vereinen das Problem. Die Masse halten ohne Rücksicht auf die Talente…

Am Ende ist es eine Riesenherausforderung für uns alle: Unsere Kinder müssen lernen in dieser Welt zurecht zu kommen, und nicht in die „Zweitwelt“ des Internets oder der Spielekonsole unterzutauchen. Vielleicht müssen wir wieder verstärkt Prioritäten setzen. 

Fest steht, dass die Trainer sowie wir als Eltern Multiplikatoren und Vorbilder sind – in die eine, wie in die andere Richtung.