Fehler machen lassen und daraus lernen!

Fehler machen lassen und daraus lernen!

geschrieben von einem Spieler mit knapp zehn Jahren Erfahrung in einem der größten Nachwuchsleistungszentren in Deutschland 

Immer wieder hört man auf Sportplätzen Zurufe von Eltern und Trainern, indem sie einen Spieler nicht nur kritisieren, sondern mit einem Kommentar wirklich herunterziehen.

ABER: Sinnloses Anschreien und negative Kommentare beeinflussen junge Kicker viel mehr als man denkt. Jeder, der selbst einmal Fußball gespielt hat, weiß das vielleicht noch aus seiner eigenen Jugendzeit. Klar, ab einem gewissen Alter, ist man abgehärteter und muss solche Kommentare von außen ertragen oder es lernen, diese zu ignorieren, aber eben erst ab einem gewissen Alter. 

Ja, bei einem Fußballspiel fiebern die Spieler als auch Eltern und Trainer mit. Das ist ja völlig normal und gehört zu unserem Sport auch dazu. In gewisser Weise macht das den Fußball auch, zu dem was er ist.

Ihr könnt mitfiebern und emotional diskutieren, aber tut das doch bitte untereinander und interagiert nicht während eines Spiels mit den Kindern. 

UND: In dem jungen Alter, lasst sie ruhig Fehler machen! Das ist extrem wichtig, denn nur so können sie neu Erlerntes ausprobieren und sich vor allem weiterentwickeln. Ist es nicht das, was jeder Trainer, jedes Elternteil, jede Oma und jeder Opa, sowie auch Geschwisterkind und die Mitspieler sehen wollen? Dass das Kind sich weiterentwickelt und zu einem besseren Spieler wird, und dadurch auch automatisch mehr zu dem Teamerfolg beisteuern kann. Win-Win-Win Situation für alle, jedoch nur, wenn man die nötige Geduld aufbringen kann. Natürlich reicht es nicht, die Kinder die Fehler machen zu lassen, sondern das Danach ist enorm wichtig.

"Sag es mir – und ich vergesse

Zeig es mir – und ich behalte

Beteilige mich – und ich verstehe"

– Horst Wein

Durch das Beteiligen des Spielers, indem der Trainer Fragen zu dem vermeintlichen Fehler stellt und das Kind selbst auf eine Lösung kommen lässt, kann der Spieler seinen Fehler verstehen und nachvollziehen. Der Spieler entscheidet nicht, weil es jemand anderes, der es vermeintlich besser weiß, gesagt hat – sondern weil er selbst diese Idee mitentwickelt und verstanden hat. Fördern können Trainer solche Lernprozesse, indem sie die Kinder vor hypothetische Probleme stellt. Unter Verwendung von Videoaufnahmen des Spiels geht sowas natürlich am anschaulichsten, jedoch haben die meisten unter uns diese Möglichkeit nicht.

Das Wichtigste ist, dass es zu einem AKTIVEN LERNEN des Kindes kommt.

Aus Trainer-, Eltern- und allgemein der Zuschauersicht ist es maßgeblich zu verstehen, dass es um die Entwicklungsförderung von uns Spielern geht und nicht das Ergebnis über allem steht!

Jedes Kind, das Fußball spielt, will gewinnen – das ist natürlich – und die Kids regen sich selbst genug über eine Niederlage oder vermeintlich falsche Entscheidungen in Spielen und Trainingseinheiten auf. Gerade dann müssen die Eltern und auch der Trainer das Gespräch mit dem Kind suchen und Mut zusprechen.

Wie schon in einem vergangenen Artikel beschrieben, rennen doch alle nur dem runden Leder hinterher, weil es unser aller Leidenschaft ist und einfach verdammt Spaß macht!

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