Ausbildung der Spielintelligenz im Kinder- und Jugendfußball – 1+1=3 ?

Messi Bild Spielintelligenz
„Mama, hast Du den Pass von Messi gesehen?“

Ausbildung der Spielintelligenz im Kinder-und Jugendfußball - 1+1=3 ?

Meist sind es die Spieler mit dem gewissen „Etwas“, die ein Spiel ausmachen können: Im richtigen Augenblick der richtige Pass in die Schnittstelle, die richtige Finte oder der direkte Torabschluss. Oder auch im Spiel gegen den Ball das rechtzeitige Erkennen des Lauf- oder Passweges, um damit den Ball zurückzuerobern und sofort einen Konter einzuleiten …

Warum gelingt dieses einigen Spielern und den anderen nicht? Man könnte sicherlich von einem angeborenen Instinkt sprechen, doch in der Regel ist es viel mehr als das. Die Spielintelligenz spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Basiert diese Spielintelligenz auf mathematischen Fähigkeiten (Logik) oder doch den Genen, die man hat oder nicht hat?

Fragen wir uns einmal, was heutzutage zu den Ausbildungsbausteinen eines jeden Spielers gehört.  In der Regel sind es vier Elemente: Technik, Koordination, Physis, Taktik. Würde nun überall so gleichermaßen ausgebildet, dann wären abgesehen vom Talent und den teilweise unterschiedlichen physischen Voraussetzungen alle „gleich“.

Was macht dann den Unterschied aus?

Ganz einfach, der Qualitätsunterschied wird neben dem Willen und Ehrgeiz durch den GRAD DER SPIELINTELLIGENZ eines jeden Spielers bestimmt. Aber was genau ist Spielintelligenz überhaupt? Man könnte es beschreiben mit „der Fähigkeit, in der jeweiligen Spielsituation die beste Lösung zu erkennen und umzusetzen“. 

Und wie wird diese entwickelt bzw. ausgebildet?

Ganz einfach: Früh anfangen und gemäß Horst Wein, den Spieler stimulieren und nicht instruieren!

Was heißt das für das Zusammenspiel zwischen Trainer und Spieler? Auch ganz einfach, wenn der Trainer versucht, folgendes zu beherzigen:

"Sag es mir – und ich vergesse

Zeig es mir – und ich behalte

Beteilige mich – und ich verstehe"

– Horst Wein

Das heißt: Erarbeite gemeinsam mit Deinen Spielern die jeweiligen Lösungen auf dem Platz, so dass sie sie verstehen und damit beim nächsten Mal anwenden können. Damit vergrößert der Spieler automatisch auch sein Wissen.

„Man sieht nur, was man weiß“ oder andersherum ausgedrückt heißt dieses: Je mehr Wissen der Spieler hat, desto mehr sieht er (auf dem Feld). Und dieses führt in der Regel automatisch zur Steigerung der Spielintelligenz …

Vielleicht kennen einige die Startübung von Horst Wein, dem „Vater“ der Spielintelligenz: Das 3 gegen 0 auf zwei Hütchen-Tore auf einem Mini-Spielfeld mit der Vorgabe, dass jeder nur einmal den Ball berühren darf und der Ball so schnell wie möglich in eines dieser Hütchen-Tore geschossen werden muss. Stellt man den Spielern diese Aufgabe (ab U8/U9), so knobeln die Spieler minutenlang nach der intelligentesten Lösung und haben einen Riesenspaß, diese mittels einer Stoppuhr schneller und schneller durchzuführen … (Wiederholungseffekt) 

„Fussball ist ein Spiel, das im Kopf beginnt, von dort durch das Herz geht und in den Füßen endet.“

– Horst Wein

Bonus: Die Übungen zur Ausbildung von Spielintelligenz machen den Kindern sehr viel Spaß!

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